Darwins Evolutionstheorie

Darwins Evolutionstheorie

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Philipp Wehrli, 1. August 2006, ergänzt um den Abschnitt Vordenker und Urheberschaft der Evolutionstheorie am: 25. Dezember 2013

Evolution oder Schöpfung? Wie sind die Arten entstanden? -Keine andere wissenschaftliche Theorie wird unter Laien so heftig diskutiert wie Darwins Evolutionstheorie. Erklärt die Evolution, woher der Mensch kommt und was er ist? Oder darf ein Wissenschafter trotz Darwin an eine Schöpfung glauben? Ich zeige hier, auf welchen Annahmen die Evolutionstheorie basiert und inwiefern sie der Schöpfungsgeschichte widerspricht.

1. Darwins Annahmen
2. Beispiele
3. Theodizee
4. Rassenwahn
5. Wie entsteht eine neue Art?
5.1. Was ist eine Art?
5.2. Artenentstehung durch geografische Trennung
5.3. Artenentstehung durch Spezialisierung
5.4. Artenentstehung durch Kreuzung verschiedener Arten
5.5. Artenentstehung durch Sprachprobleme
5.6. Artenentstehung durch Zucht
6. Darwin oder Lamarck
7. Evolution oder Schöpfungsgeschichte?
8. Vordenker und Urheberschaft der Evolutionstheorie
9. Weiterführende Literatur

1. Darwins Annahmen

Darwins Evolutionstheorie basiert auf drei Annahmen:

  1. Alle Lebewesen haben Nachkommen, die sich von ihnen leicht unterscheiden (Mutation).
  2. Lebewesen, die gut an ihre Umwelt angepasst sind, überleben besser und pflanzen sich häufiger fort (Selektion).
  3. Die gesamte Artenvielfalt der Erde entstand durch die obigen zwei Annahmen (Darwins Hypothese).

Die Evolutionstheorie ist aus der Biologie überhaupt nicht mehr wegzudenken. Biologen stützen sich ständig auf Darwins Theorie und sie erleben täglich an Dutzenden von Beispielen, dass diese Theorie funktioniert. Allerdings benützen die meisten Anwendungen die dritte These nicht. Dies wird in den oft sehr hitzigen Diskussionen zwischen Anhängern der Schöpfungsgeschichte (den sogenannten Kreationisten) und Anhängern der Evolutionstheorie (den Evolutionisten) meist übersehen, und zwar von beiden Seiten. Ich werde weiter unten darauf zurückkommen. Da die ersten zwei Annahmen kaum bestritten werden und da sie für fast alle Beispiele aus der täglichen Biologie genügen, will ich zunächst einmal zeigen, wie diese Annahmen eine Evolution zur Folge haben.

Der Biologe Jacques Monod nannte die ersten zwei Annahmen ‚Zufall und Notwendigkeit’ (Mon 1). Zufällig sind die Mutationen, also Veränderungen der Gene, die weiter vererbt werden. Die Natur schafft die Kinder nicht gezielt besser als die Eltern. Die Natur weiss gar nicht, was ‚besser’ oder ‚schlechter’ ist. Die Kinder sind einfach oft ein bisschen anders als ihre Eltern.

Notwendig sind gewisse Eigenschaften, damit ein Lebewesen überleben kann. Welche Eigenschaften überlebenswichtig sind, hängt von der Umwelt ab, in die das Lebewesen hereingeboren wird. Manche der Kinder haben zufälligerweise diese Eigenschaften nicht und sterben. Die zweite Annahme sagt: Es gibt eine Selektion und nur diese Selektion bestimmt, welche Eigenschaften überleben und sich fortpflanzen.

2. Beispiele

  1. Beispiel: Giraffen haben lange Hälse

Schauen wir mal an einem einfachen Beispiel einer, was diese zwei Regeln bewirken. Giraffen leben in einer Steppe, in der es einige hohe Bäume gibt. Giraffen mit längeren Hälsen erreichen die Blätter dieser Bäume besser als kurzhalsige Giraffen. Ausserdem erblicken die langhalsigen Giraffen allfällige Feinde früher und können gemächlich entfernen, während die kurzhalsigen öfters in anstrengende und gefährliche Kämpfe verwickelt werden. Giraffen mit langen Hälsen überleben also besser, erreichen häufiger das fortpflanzungsfähige Alter und haben deshalb mehr Nachwuchs. Dies ist die Situation. Die Frage ist: Weshalb haben Giraffen lange Hälse? -Darauf sind verschiedene Antworten möglich, z. B.:

– Ein weiser Schöpfergott hat den Giraffen einen langen Hals gegeben, weil sie den in ihrer Umwelt brauchen.

– Die Giraffen strecken sich immer wieder so sehr nach den Blättern, dass ihre Hälse immer länger werden. Die so erworbene Eigenschaft vererben sie ihren Jungen weiter (Theorie von Lamarck).

– Darwin sagte: Die obigen zwei Annahmen Mutation und Selektion bzw. Zufall und Notwendigkeit reichen bereits aus, damit die Giraffen nach vielen Generationen lange Hälse haben. Es braucht dazu keinen Schöpfergott und die während des Lebens erworbenen Eigenschaften müssen auch nicht weitervererbt werden, wie Lamarck dies annahm.

Wie führen Darwins Annahmen zu langen Hälsen? Die Evolution der Giraffenhälse nach Darwin ist in Abbildung 1 dargestellt. Je weiter links, desto kürzer sind die Hälse der Giraffen, je weiter rechts, desto länger sind sie. Jede Zeile bedeutet eine neue Generation.

Abbildung 1
a) In der ersten Generation lebt eine Giraffe mit mittellangem Hals. Sie kriegt zwei Junge. Durch Mutation hat das eine davon einen kürzeren Hals, das andere einen längeren.
b) Die Giraffe mit dem kürzeren Hals erreicht die Blätter der hohen Bäume nicht und verhungert. Sie hat keine Kinder. Dies ist die Selektion. Die mit dem längeren Hals überlebt und gebärt zwei Junge. Das eine davon hat einen kürzeren Hals als seine Mutter, das andere einen längeren.
c) Wieder stirbt die Giraffe mit dem kürzeren Hals, bevor sie Junge kriegen kann. Die mit dem längeren überlebt und pflanzt sich fort.
d) Es ist nicht zwingend, dass die Giraffen mit den kürzeren Hälsen immer früh sterben. Vielleicht haben sie andere Qualitäten oder sie haben Glück. Aber tendenziell überleben die Giraffen mit längeren Hälsen besser und kriegen mehr Nachkommen. Diese erben tendenziell die längeren Hälse der Eltern und überleben deshalb auch besser. Während vielen tausend Generationen summiert sich diese Tendenz zu einem offensichtlichen Unterschied.Evolution der Giraffenhälse in vielen Generationen

Das Beispiel zeigt: Auch wenn kein Gott eingreift, werden Giraffen nach einigen tausend Generationen deutlich längere Hälse haben. Wenn kein Gott existiert oder wenn ein Gott existiert, der nicht eingreift, dann haben wir Evolution. Im Laufe Jahrtausende langer Evolution werden sich die Arten optimal an die Umwelt anpassen. Evolution läuft von selbst. Wenn ein Gott etwas anderes wollte als Evolution, so müsste er diese aktiv verhindern.

Das Beispiel zeigt aber auch, wie sehr es bei der Selektion auf die Umwelt ankommt. Lange Hälse sind nicht immer gut. Wenn die Giraffen in einem Wald leben, hat die Langhals-Giraffe ein Problem, wenn sie zwischen den Bäumen hindurch rennen soll. Hier wäre die Entwicklung genau in die andere Richtung gegangen.

Weitere Beispiele

Evolution funktioniert natürlich nicht nur bei Giraffenhälsen. Es gibt beliebig viele Beispiele, in denen Mutation und Selektion während einer langen Evolutionsgeschichte zu einer optimalen Anpassung führt. Es ist eine gute Übung, sich selber einige Beispiele auszudenken. Biologen tun dies ständig. Wenn sie irgendwo bei einem Lebewesen eine seltsame Eigenschaft entdecken, fragen sie: Wie konnte sich diese Eigenschaft in der Evolution entwickeln? Wozu ist sie gut?

Wenn umgekehrt eine Art immer wieder mit einer schwierigen Situation konfrontiert ist, fragen sich Biologen: Welche Eigenschaften hat diese Art entwickelt, um mit dieser Situation fertig zu werden? Wie ist diese Entwicklung vor sich gegangen?

Einige Beispiele:

– Langsame Hasen werden von Füchsen gefressen, schnelle überleben eher und kriegen deshalb mehr Nachkommen. In der Evolution entwickeln sich deshalb immer schnellere Hasen.

– Langsame Füchse erwischen nie einen Hasen. Sie verhungern oder können ihren Nachwuchs nicht ernähren. Deshalb werden Füchse im Laufe der Evolution immer schneller. So werden Füchse und Hasen gemeinsam schneller und fitter, weil sie ständig in Konkurrenz stehen.

– Das Schnabeltier in Australien hatte während Jahrtausenden keine Feinde. Obwohl sie sehr langsam sind, waren sie optimal an ihre Umwelt angepasst. Als die Engländer Füchse nach Australien einführten, waren die Füchse viel schneller als die Schnabeltiere. Die Schnabeltiere wurden in kürzester Zeit praktisch ausgerottet. Die Füchse haben ihre Geschwindigkeit in jahrtausendelanger Evolution erhalten. Wie sollen die Schnabeltiere dagegen konkurrenzieren? Ein Schöpfer könnte von einem Tag auf den anderen ein schnelles Schnabeltier kreieren. Aber bis jetzt hat sich kein Schöpfer der Schnabeltiere erbarmt und die Gefahr ist gross, dass der Schöpfer sich auch weiterhin nicht um die Schnabeltiere kümmert.

Wegen solchen und ähnlichen Gefahren ist es verboten, Tiere oder Pflanzen in eine Gegend zu transportieren, in der sie nicht heimisch sind. Es geschieht immer wieder, dass eine ausländische Pflanze oder ein freigelassenes exotisches Tier sich rasend schnell ausbreitet und alle einheimischen Arten verdrängt.

– Wenn du Getreide züchten willst, so wähle als Saatgut die grössten Körner von den längsten Ähren der robustesten Pflanzen. In der Pferdezucht wählst du den schnellsten Hengst und paarst ihn mit der schnellsten Stute.

– Ein sehr spezielles Beispiel ist die Evolution der Sexualität.

– Bakterienpopulationen werden resistent, wenn sie mit Antibiotika in Kontakt kommen, aber nicht völlig ausgerottet werden.

– Insekten, Pilze und Unkraut werden resistent, wenn sie mit immer wieder Schädlingsbekämpfungsmitteln besprüht werden.

Analog erklärt die Evolutionstheorie die Kamelhöcker, den Elefantenrüssel, die Vogelfeder, das Eisbärenfell, die Farbenpracht der Blumen und beliebig vieles mehr. Wer die Natur genau anschaut, findet tausende von wunderschönen Erfindungen und meist ist es nicht allzu schwierig, hinter all diesen Erfindungen die Evolution zu sehen.

– Bemerkenswerterweise können alleine mit Mutation und Selektion auch völlig neue Eigenschaften entstehen. Die obigen Beispiele zeigen ja nur, wie eine vorhandene Eigenschaft verbessert wird. Der Giraffenhals ist bereits da, der Hase kann schon laufen u. s. w. Durch die Selektion wird nur der vorhandene Giraffenhals oder die Hasenbeine länger. Wenn wir aber z. B. ein Linsenauge ansehen, so scheint es, wir hätten ein völlig anderes Problem. Einfache Einzeller haben keine Linsenaugen, sondern sie können bestenfalls hell und dunkel unterscheiden. Wie soll daraus ein Linsenauge mit seinem hochkomplexen Aufbau werden? Wie Hoimar von Ditfurth in brillanter Weise zeigt, können selbst solche hochkomplexen Organe als Produkt reiner Mutation und Selektion aufgefasst werden (Dit 1).

3. Theodizee

Die Evolution bringt keine perfekte Welt. Immer wieder sterben Lebewesen früh oder sie kommen sogar tot zur Welt. Viele können sich nicht fortpflanzen. Viele sind zu schlecht an die Umwelt angepasst, um erfolgreich zu sein. Weshalb gibt es diese kranken, schwachen und ungeschickten Lebewesen? -Dies sind die Pfeile in Abbildung 1, die nach links führen. Es gibt kein Ziel in der Evolution. Nach Annahme 1 gibt es nur eine zufällige Streuung. Manche Lebewesen sind besser an ihre Umwelt angepasst, manche schlechter. Reiner Zufall. Reine Glückssache.

Falls ein Schöpfer existiert, sind Krankheiten und Todgeburten ein grosses Rätsel. Die Philosophen nennen dieses Rätsel die Theodizee und viele Leute nehmen ziemliche Verrenkungen in Kauf, um zu erklären, weshalb ein allmächtiger Gott kranke Lebewesen schafft. (Externer Link: Film zur Theodizee. Es gibt viele verstümmelte Kinder, die z. T. sehr einfach geheilt werden könnten: Weshalb?):

4. Rassenwahn

Nach Darwin braucht es die schwachen und kranken Tiere, weil alle Eigenschaften ausprobiert werden sollen. Alle nur möglichen Variationen einer Art werden probiert, die Selektion entscheidet, welche überleben und sich vermehren. Die Nazis schlossen abstruserweise daraus, sie müssen diese Selektion durchführen. Die Starken hätten die Aufgabe, die Schwachen auszurotten. Wie ich oben zeigte, ist keineswegs klar, was stark und was schwach bedeutet, denn dies hängt immer von der Umwelt ab. Die `Schwachen´ werden ja gerade deswegen produziert, weil erst im Kontakt mit der Umwelt klar wird, welche Eigenschaften sich bewähren.

Ausserdem ist nicht einzusehen, weshalb der Mensch Selektion betreiben soll, nur weil die Natur Selektion betreibt. Der Mensch ist ja nicht wie ein Tier der Natur ausgeliefert, er muss ja nicht mit jeder Welle mitschaukeln wie ein Blatt auf einem See. Wir bestimmen unsere Richtung. Wir schaffen unsere Welt. Wir entscheiden, wie unsere Umwelt aussehen soll und damit entscheiden wir auch, was schwach und was stark heisst. Wir können uns eine Welt voll Hass, Angst, Grausamkeit und Selektion schaffen. Aber wir können auch Liebe, Freude und Glück verbreiten. In einer grausamen Welt ist der Grausame stark und er wird überleben. In einer Welt der Liebe ist der Grausame ein Taugenichts, der ausstirbt, weil niemand mit ihm zusammenarbeiten will. Auch dies lässt sich mit der Evolutionstheorie nachweisen, nämlich in der sogenannten Spieltheorie, in der die Evolution von guten und bösen Menschen mit Computermodellen untersucht wird. Dazu später in einem anderen Artikel.

5. Wie entsteht eine neue Art?

5.1. Was ist eine Art?

Obwohl viel über Darwins Evolutionstheorie diskutiert und gestritten wird, habe ich kaum je erlebt, dass jemand eine der zwei ersten Annahmen in Frage stellt. Es ist offensichtlich, dass die meisten Sprösslinge ihren Eltern nicht exakt gleichen. Und es leuchtet sofort ein, dass schwache und kränkelnde Lebewesen eher sterben und weniger Nachkommen haben. Diese zwei Annahmen reichen, um die langen Giraffenhälse und alle die anderen Beispiele zu erklären. Wenn Leute die Evolutionstheorie kritisieren, dann meinen sie die dritte Annahme:

3.Mit Darwins Evolutionstheorie können alle Eigenschaften aller Lebewesen und Arten erklärt werden. Es braucht kein zusätzliches Prinzip und insbesondere keinen Schöpfer, der den Lebewesen nach einem Plan besondere Eigenschaften gibt.

Diese dritte Annahme wird im Alltag der Biologen fast nie gebraucht. Für alle obigen Beispiele reichen die ersten zwei Annahmen. Jene Beispiele kommen in einem grossen Teil der biologischen Abhandlungen implizit oder explizit vor. Aber mit neuen Arten haben nur wenige Biologen zu tun. Das heisst: Du kannst durchaus an einen Schöpfer glauben, ohne alle die obigen Beispiele widerlegen zu müssen. Du kannst durchaus akzeptieren, dass alle Arten sich grundsätzlich nach der Evolutionstheorie entwickeln. Alle die Beispiele beweisen nicht, dass nicht irgendwo ein Schöpfer existiert, der in bestimmten Fällen aktiv die Evolution verhindert und der Entwicklung gezielt eine andere Richtung gibt. Es stellt sich also die Frage, ob und wie stark ein Schöpfer eingreifen muss, damit eine neue Art entsteht. Was ist überhaupt eine Art? Zunächst einmal müssen wir unterscheiden zwischen Rasse und Art.

Zu einer Art gehören alle Individuen, die sich miteinander paaren können und fruchtbare Nachkommen haben.

Individuen, die sich nur in wenigen Merkmalen von anderen Individuen ihrer Art unterscheiden, bilden eine Sorte oder eine Rasse dieser Art.

Beispiele:

Zwei verschiedene Hunderassen können zusammen fruchtbare Junge kriegen, sie sind deshalb keine verschiedenen Arten.

Pferd und Esel können gekreuzt werden. Ihre Nachkommen heissen Maulesel, wenn die Mutter der Esel ist oder Maultier, wenn die Mutter ein Pferd ist. Maulesel und Maultiere sind aber unfruchtbar. Deshalb sind Pferd und Esel verschiedene Arten. Die Tatsache, dass Kreuzungen möglich sind, zeigt aber, dass Esel und Pferd nahe verwandt sind und dass der Übergang von Rasse zu Art fliessend ist.

Der Begriff der Art ist eine Hilfe für Biologen, aber er ist in der Natur nicht wirklich bedeutend. Z. B. sind 10-15% aller Vogelarten hybride, das heisst, es sind Übergangsformen zwischen zwei verschiedenen Arten. Ausserdem gibt es Arten, die sich nur ganz selten oder gar nie sexuell fortpflanzen. Für diese Fälle ist die obige Definition offensichtlich nicht geeignet.

Die obige Definition der Art ist aus Sicht der Evolutionstheorie interessant. Denn wenn sich eine Art in zwei aufspaltet, die sich nicht mehr kreuzen können, dann ist ein unumkehrbarer Schritt getan. Es gibt aber durchaus auch andere Möglichkeiten, Arten zu definieren. Ein Biologe, der im Regenwald Käfer katalogisiert, wird nicht schauen, welche sich mit welchen kreuzen können, sondern er wird die Käfer nach ihrem Aussehen unterscheiden. Heute werden Arten auch oft auf der Basis von Genvergleichen definiert.

5.2. Artenentstehung durch geografische Trennung

Abbildung 2. Wie neue Arten entstehen.

Artenentstehung

  1. a) Eine Fischart lebt in einem See.
  2. b) In einer Trockenzeit sinkt der Wasserspiegel. Es bilden sich verschiedene kleine Seen ohne Verbindung.
  3. c) In jedem kleinen See entwickelt sich die Art anders weiter.
  4. d) Wenn der Wasserspiegel einige tausend Jahre später wieder steigt, sind die Fische aus verschiedenen Seen genetisch zu unterschiedlich, um sich noch paaren zu können. Aus einer Art haben sich mehrere Arten gebildet.

Im Viktoriasee leben heute fast 500 verschiedene Buntbarscharten. Der Wasserspiegel des Viktoriasees ist am Ende der letzten Eiszeit stark gesunken. Dabei wurden die Buntbarsche in verschiedene Gruppen getrennt und es ist anzunehmen, dass sich diese Gruppen sich in nur rund 15´000 Jahren genetisch so weit voneinander getrennt haben, dass keine Kreuzungen mehr möglich waren (Lin 1). Der entscheidende Prozess bei der Artenbildung kann also sehr rasch ablaufen. Der Zeitpunkt der Trennung kann heute durch Genvergleiche ermittelt werden. Wir wissen, wie häufig Mutationen geschehen. Je mehr Gene sich unterscheiden, desto mehr Zeit ist seit der Trennung vergangen (es handelt sich hier um dasselbe Verfahren wie beim Vaterschaftstest).

Dass eine Art plötzlich geografisch in zwei Teile geteilt wird, kann auf viele Weisen passieren. In der letzten Eiszeit war z. B. ganz Nord- und Mitteleuropa mit Eis überzogen. Verschiedene Vogelarten zogen in den Süden und wurden da in zwei Gruppen getrennt: Eine in Südfrankreich und Spanien und eine in der Türkei und Griechenland. Nach der Eiszeit kehrten sie in den Norden zurück, durchmischten sich aber nicht mehr vollständig. So entstanden aus einem gemeinsamen Vorfahr die Nebelkrähe in Osteuropa und die Rabenkrähe in West und Mitteleuropa. Dazwischen, im Elbegebiet, kommt es noch zur Bastardbildung. Hier gibt es also in der Natur noch Kreuzungen, Raben- und Nebelkrähe verhalten sich in diesem Grenzbereich wie zwei Rassen einer Art. Ausserhalb dieses Bereiches sind es zwei verschiedene Arten (Lin 1).

5.3. Artenentstehung durch Spezialisierung

Eine strikte geografische Trennung ist aber gar nicht nötig, damit aus einer Art zwei weitere entstehen können. Von den 500 Buntbarscharten im Viktoriasee lebt keine einzige im ganzen See. Es reicht schon, wenn einige Barsche sich auf das Leben in Ufernähe besser angepasst sind und auch in der Nähe des Ufers ihre Partner für die Paarung suchen. So entfernt sich diese Untergruppe sehr rasch von den Barschen, die lieber im offenen See leben.

5.4 Artenentstehung durch Kreuzung verschiedener Arten

Vor allem bei Pflanzen können neue Arten auch dadurch entstehen, dass zwei verschiedene Arten gekreuzt werden. Die Kreuzung ist zwar nach Definition unfruchtbar, sonst hätte es sich ja nicht um zwei verschiedene Arten gehandelt. Pflanzen können sich aber auch vegetativ vermehren, indem sie Ableger bilden, wie sie z. B. die Erdbeeren gut sichtbar sind. Wenn die Kreuzung sich so einige Zeit vermehrt, kann es geschehen, dass in einer Pflanze sich die Chromosomenzahl verdoppelt, so dass diese Pflanze fruchtbar wird. Damit hat sich eine neue Art gebildet, die mit den ursprünglichen zwei nicht gekreuzt werden kann. So entstand vor ca. 8000 Jahren aus dem Einkorn und einer unbekannten Weizenart der wilde Emmer. Dieser kreuzte mit einem wilden Verwandten, wobei der Saatweizen entstand (externer Link: Beck).

Eine dritte Möglichkeit, wie neue Arten entstehen können, ist eine einzelne spontane Mutation. Dies ist z. B. beim grossen Panda vermutlich geschehen. Vier Bärenchromosomen klebten so zusammen, dass daraus zwei Chromosomen wurden (externer Link: Beck).

Allgemein spielt die Vervielfältigung einzelner Gene oder ganzer Chromosomen in der Evolution eine wichtige Rolle. Diese Genverdoppelungen passieren, wenn Ei- oder Samenzellen entstehen und gleiche Chromosomenabschnitte untereinander austauschen. Manchmal erhält eine Tauschpartner mehr als nur die ihm zustehenden Gene, so dass er einige Gene doppelt hat. Dies ist für das Lebewesen nicht unbedingt ein Nachteil, da die zusätzlichen Gene sozusagen eine Sicherheitskopie sind. Da die Gene nun doppelt vorkommen, können auch ohne grosse Gefahr Mutationen an diesen Genen passieren.

5.5. Artenentstehung durch Sprachprobleme

Ein lustiges Beispiel für die Entstehung neuer Arten ist der Grünlaubsänger, der im Himalayagebiet lebt. Diese Vögel lebten ursprünglich südlich des Himalayas und zogen dann in zwei Gruppen auf verschiedenen Routen westlich und östlich am Gebirge vorbei nach Sibirien. Während des Zugs veränderten sie ihren Gesang auf unterschiedliche Weise. Die verschiedenen Gruppen sangen bzw. komponierten beim Zusammentreffen in Sibirien anders. Die Balzrufe verhallten ungehört. Vögel der einen Gruppe konnten sich mit denen der anderen nicht mehr paaren, sie gehörten also zu einer anderen Art.

5.6. Artenentstehung durch Zucht

Dass neue Pflanzenarten gezüchtet werden, ist keine Seltenheit. Wir könne also der Evolution live zuschauen. Bei Tieren geschieht es allerdings viel seltener, dass eine neue Art entsteht. Ein Beispiel ist aber der Schmetterling Heliconius, der durch Kreuzung zweier verwandter Arten im Labor entstand. Die neu entstandene Art gleicht einer Art, die tatsächlich in der Natur vorkommt. Die Biologen diskutieren deshalb darüber, ob das Laborexperiment sich vielleicht früher schon in der Natur abgespielt haben könnte.

6. Darwin oder Lamarck?

Darwin hat gezeigt, dass es Lamarcks Mechanismus und den Schöpfergott nicht braucht, um die Verschiedenheit der Arten zu erklären. Er hat aber nicht bewiesen, dass es sie nicht geben kann und dass sie nicht wenigstens ab und zu in der Natur eine Rolle spielen. Umgekehrt würde Darwins Theorie wertvoll bleiben, selbst wenn einige Eigenschaften nachgewiesen würden, die nicht durch Evolution entstanden sein können.

Tatsächlich deuten Resultate der Epigenetik darauf hin, dass manche anerworbene Eigenschaften weitervererbt werden können (externer Link: Gehirn & Geist). Wie die Gene wirken, hängt stark davon ab, ob sie an- oder ausgeschaltet sind. Damit befasst sich die Epigenetik. Durch bestimmte Lebenserfahrung, z. B. durch Kindsmisshandlung, werden gewisse Gene ausgeschaltet. Diese Gene können dann weitervererbt werden, sind aber beim Nachkommen möglicherweise immer noch ausgeschaltet. Es scheint auch, dass in der Samenzelle und komplementär dazu in der Eizelle grundsätzlich gewisse Gene ausgeschaltet werden, so dass gewisse Eigenschaften viel eher von der Mutter vererbt werden, während für andere der Vater zuständig ist. Wenn diese Abschaltung nicht erfolgt, kommt es zu ernsthaften Störungen vor allem im Nervensystem, bis zu Lebensunfähigkeit. Es sieht also so aus, als spielten Lamarcks und Darwins Mechanismen eng zusammen.

Keine wissenschaftliche Theorie baut auf so einfachen und einsichtigen Annahmen wie Darwins Evolutionstheorie und ist doch so universal und tiefgreifend in ihrer Aussagekraft. Darwins Evolutionstheorie ist in diesem Sinne die schönste Theorie, welche je ein einzelner Naturwissenschafter hervorgebracht hat. Es gibt kaum einen modernen Artikel zur Biologie, der nicht direkt oder indirekt mit der Evolutionstheorie zusammenhängt. Die Evolutionstheorie beeinflusst neben der Biologie die Medizin, die Chemie, Philosophie, Soziologie, Psychologie und sogar die Computerwissenschaften.

7. Evolution oder Schöpfungsgeschichte?

Die vielen Tausend Beispiele, die Darwins Theorie bestätigen, beweisen nicht die dritte Annahme, dass Darwins Theorie die ganze Artenvielfalt und die Eigenschaften aller Lebewesen erklärt. Auch wenn wir erklären können, wie neue Eigenschaften und neue Arten durch Evolution entstehen, könnte es immer noch sein, dass ein Schöpfer in gewissen speziellen Fällen in die Evolution eingreift und Elemente hinzufügt, die alleine durch Zufall und Notwendigkeit nicht hätten entstehen können. Damit wäre die Evolutionstheorie aber nicht widerlegt. Man könnte sie in all den unzähligen Beispielen aus dem biologischen Alltag weiter nützlich verwenden. Es müsste lediglich die dritte Annahme relativiert werden. Vielleicht gibt es einen Schöpfer, der in einzelnen Fällen eingreift.

Kreationisten füllen ganze Bücher mit Beispielen, die sie nicht mit der Evolutionstheorie erklären können. Meist sind die Beispiele aber nur ein Beweis für die mangelnde Phantasie des jeweiligen Autors. Wie durch Zufall und Notwendigkeit sehr raffinierte Eigenschaften entstehen können, zeige ich in einem separaten Artikel am Beispiel des Linsenauges.

Darwins dritte Annahme kann nicht bewiesen werden. Trotzdem ist sie aus wissenschaftlicher Sicht plausibel, weil sie dem Ökonomieprinzip entspricht. Ein Schöpfer ist ein sehr kompliziertes Wesen und macht die Theorie sehr viel komplizierter. Darwins Annahmen sind dagegen verblüffend einfach. Solange sie als Erklärung ausreichen, sollten wir keine weiteren Annahmen hinzufügen. Andererseits glauben auch viele Wissenschafter an einen Schöpfer und dies steht nicht im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Theorien.

Unheimlich wird mir der Glaube dann, wenn die Bibel wörtlich als wahr verstanden wird. Dabei wird oft übersehen, dass es zwei Schöpfungsgeschichten gibt, die sich gegenseitig widersprechen. Beide stehen im ersten Buch Mose gleich hintereinander ganz am Anfang. Aber wenn mir jemand die Bibel erklären will, dann weiss er dies meistens nicht. Meist wissen solche Leute auch sonst nicht sehr viel von der Bibel. Meine Bibel hat über 1200 Seiten. Zwei davon betreffen die Schöpfungsgeschichte. Ein grosser Teil des Restes dreht sich um die Geschichte des Volkes Israel, über zweihundert Seiten füllen die Gesetze, die vor viertausend Jahren für Nomaden in der Wüste sinnvoll waren. Die Grundidee hinter diesen Gesetzen ist edel und für die damalige Zeit sind die Gesetze bemerkenswert human. Aber wie auch die Schöpfungsgeschichte wurden sie für einfache Nomaden geschrieben. Christlich leben heisst nicht, die Gesetze und das Weltbild der Nomaden als starre Form zu übernehmen. Christlich leben heisst, die humanistische Grundidee aus dem Gesamtwerk herausspüren und sie in unsere moderne Zeit übersetzen.

Den humanistischen Wert finde ich z. B. in der christlichen Nächstenliebe: “Du sollst dich nicht rächen, auch nicht deinen Volksgenossen etwas nachtragen, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” (3. Mose, 19,18) Nichts an dieser Idee wird schwächer, wenn wir die Schöpfungsgeschichte hinterfragen.

Andere biblische Gesetze hingegen müssen sogar hinterfragt werden, denn sie gehören nicht in unsere Zeit. Sie waren vielleicht vor 4000 Jahren nötig, als Mose ein Nomadenvolk durch eine Wüste voller verfeindeter Völker führen musste. Heute reichen uns aber humanere Methoden, weil wir andere Probleme haben. Gesetze wie die folgenden stehen zwar in der Bibel, sie sind aber trotzdem für unsere Zeit falsch:

– Wer am Sabbattag arbeitet, der soll sterben (2. Mose, 31,15)
– Jeder, der irgend Blut isst (z. B. eine Blutwurst), dessen Seele soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden. (3. Mose, 7,27)
– Du sollst nicht zweierlei Vieh sich begatten lassen (es darf also keine Maulesel und Maultiere geben) und dein Feld nicht mit zweierlei Samen besäen und es soll kein Kleid auf deinen Leib kommen, das aus zweierlei Fäden gewoben ist. (3. Mose, 19,19)
– Ihr sollt den Rand eures Haupthaars nicht rundum abscheren, auch sollst du den Rand deines Bartes nicht stutzen. (3. Mose, 19,27)
– Denn ein jeder, der seinem Vater und seiner Mutter flucht, soll getötet werden. (3. Mose, 20,9)
– Wenn einer mit dem Weibe seines Nächsten Ehebruch begeht, so sollen beide, der Ehebrecher und die Ehebrecherin, getötet werden. (3. Mose, 20,10)
– Und wenn sich die Tochter eines Priesters durch Unzucht entweiht, so entweiht sie ihren Vater; man soll sie verbrennen. (3. Mose, 21,9)
– Und wer den Namen des Herrn lästert, der soll getötet werden; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. (3. Mose, 24.16)
– Was aber die Sklaven und Sklavinnen betrifft, so mögt ihr welche bei den Heiden kaufen,…und ihr dürft sie als bleibendes Eigentum auf eure Nachkommen vererben, für alle Zeit dürft ihr sie als Sklaven halten. (3. Mose, 25,44-46)
– Wenn ihr mir aber nicht gehorcht und nicht diese Gebote alle haltet, …, so werde auch ich an euch ebenso handeln. Ich werde Schreckliches über euch bringen: die Schwindsucht und das Fieber, dass euch die Augen erlöschen und das Leben hinschwindet. Vergeblich werdet ihr säen. … Ich werde die wilden Tiere wider euch loslassen; die sollen euch eurer Kinder berauben … Ich werde ein Schwert über euch kommen lassen, … werde ich die Pest unter euch senden, und ihr sollt in Feindeshand gegeben werden. … Und ihr werdet euch nicht satt essen können. … Ihr werdet das Fleisch eurer Söhne und Töchter verzehren. … Ich werde eure Städte zu Schutthaufen machen. (3. Mose, 26,14-45)

Die zitierten Sätze repräsentieren nicht die Grundhaltung der Bibel. Aber sie zeigen eine brutale Seite, die in der Nomadenwelt vor 4000 Jahren zum Leben gehörte, die wir aber nicht akzeptieren wollen. Wenn wir heute im Sinne des Christentums handeln wollen, so müssen wir diese Gesetze verwerfen. Denn der Kern des Christentums liegt nicht in starren Worten oder in Sätzen, er liegt im Weg: als Menschen zusammenzuleben, unter dem Leitmotiv der christlichen Nächstenliebe. Wie einst Mose suchen wir Gesetze und Regeln, die das Zusammenleben möglich machen. Starke und Schwache sollen durch Gesetze und durch Moral in einer humanen Gesellschaft geschützt sein. Die Gesetze geben uns Sicherheit und Freiheit.

Vor diesem Hintergrund muss auch die Schöpfungsgeschichte gelesen werden. Wie die Gesetze wurde sie für ein Nomadenvolk geschrieben. Sie ist ein Mythos, wie ihn Nomaden brauchten. Das befreite Sklavenvolk in der Wüste brauchte kein wissenschaftliches Modell, mit dem es die Experimente der Teilchenphysik und der Gentechnologie hätte vorherberechnen können. Das Volk Israel brauchte einen Mythos. Eine Ordnung. Einen Angelpunkt. Einen Gott, der die Ordnung sicher stellt. Sie kriegten zwei Schöpfungsmythen und das war gut so. Aber wie wir die Gesetze und die Moral weiterentwickelt haben, so müssen wir auch die Mythen weiterentwickeln und unserer Zeit anpassen. Wir dürfen an Gott glauben. Aber wir dürfen auch sicher sein, dass Gott zu uns anders reden würde als zu den Nomaden. Nicht jedes Wort von damals muss heute noch bis aufs Letzte verteidigt werden.

8. Vordenker und Urheberschaft der Evolutionstheorie

Mein Vater, Hans Wehrli sen. schrieb mir die folgenden interessanten Bemerkungen zur Entwicklung der Evolutionstheorie, die ich dem Leser nicht vorenthalten möchte:

Im 6.Jh. v.Chr. beschrieb Anaximander eine Evolutionstheorie, nach der die ersten Tiere im Wasser entstanden sind und sich später durch Metamorphose zu höheren Landtieren entwickelten. Im 1 Jh. v.Chr. beschrieb Lukrez in seinem Buch „de rerum natura“ das Prinzip der ständigen Veränderung der Natur, das Aussterben sowie die natürliche Auslese und die Notwendigkeit der Anpassung an die Umwelt als Voraussetzung für das Fortbestehen der Arten. Darwins Grossvater, der gebildete Arzt und Naturforscher Erasmus Darwin publizierte – wahrscheinlich in Kenntnis von Lukrez – in seinem Buch „Zoonomia, or, The Laws of Organic Life“ die Idee, dass alles Lebendige von einem gemeinsamen Vorfahren abstamme, dass es also einen gemeinsamen Stammbaum aller Lebewesen geben müsse. Erasmus Darwin wurde deswegen von Wissenschaft und Kirche schwer angegriffen. Das war wohl der Grund, dass Enkel Charles seine ca. 1838 entdeckte Theorie nicht publizierte, sondern seiner Gattin übergab zur Publikation erst nach seinem Tod. Als dann 1855/58 der 14 Jahre jüngere Alfred Russel Wallace zu den selben Erkenntnissen wie Darwin kam, diese als erster klar und verständlich formulierte und sein Manuskript an Darwin schickte zur Stellungnahme, entschloss sich Darwin, seine auf Grund der Erkenntnisse von Wallace umformulierte Evolutionstheorie zusammen mit Wallace Manuskript, aber ohne dessen Wissen im August 1858 in der Linnean Society vorlesen zu lassen, in Abwesenheit von Darwin und Wallace. Wahrscheinlich hatten im Laufe der Geschichte viele andere Leute ähnliche Ideen zur Evolution, die aber aus verschiedenen Gründen nicht publiziert oder verloren gegangen sind. Schliesslich ist die Theorie zwar sehr einfach und plausibel, aber auch ketzerisch.

9. Weiterführende Literatur

Artikel auf dieser Homepage:

Datierungsmethoden
Evolution des Linsenauges
Weshalb gibt es sexuelle Fortpflanzung?
Wie ist die Welt entstanden?

Vortrag: Die chemische Evolution 59:57
09.01.2018

Themenabend bei den FreidenkerInnen Region Winterthur: Wie ist das Leben entstanden? – Darwins Evolutionstheorie erklärt sehr schön, wie aus einfachen Lebewesen sehr komplexe werden konnten. Sie erklärt aber nicht, weshalb es überhaupt Leben geben kann. Dazu gibt es aber durchaus interessante Entdeckungen.

Bücher:

Philip Wehrli, ‘Das Universum, das Ich und der liebe Gott’, (2017), Nibe Verlag,

Das Universum, das Ich und der liebe Gott

In diesem Buch präsentiere ich einen Gesamtüberblick über mein Weltbild: Wie ist das Universum entstanden? Wie ist das Leben auf der Erde entstanden? Was ist Bewusstsein und woher kommt es? Braucht es dazu einen Gott?
Viele Artikel dieses Blogs werden in diesem Buch in einen einheitlichen Rahmen gebracht, so dass sich ein (ziemlich) vollständiges Weltbild ergibt.

Leserunde bei Lovelybooks zum Buch ‘Das Universum, das Ich und der liebe Gott’, von Philipp Wehrli (abgeschlossen)

Rezensionen bei Lovelybooks
Rezensionen bei Amazon
Film-Präsentation zum Buch
Nibe Verlag

 

von Ditfurth, Hoimar, ‘Der Geist fiel nicht vom Himmel’, dtv sachbuch, München 1980.
Ein scharfsinniger Überblick über die Evolution des Bewusstseins. Ditfurth zeigt, wie die Evolution neue raffinierte Organe hervorbringen kann, ohne zielgerichtet zu sein und er zeigt gleichzeitig, dass das Weltbild der meisten Tier völlig anders aussieht als das der Menschen. Unbedingt empfehlenswert!

de Duve, Christian, ‘Aus Staub geboren’, (1995), Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg
Der Zellbiologe und Nobelpreisträger Christian de Duve erklärt die Evolutionstheorie aus dem Blickwinkel der Zellbiologie.

Nicht geklärt wird durch Darwins Theorie die Frage: Wie entstand das erste Lebewesen? Dazu in einem späteren Artikel mehr oder siehe:
von Ditfurth, Hoimar, ‘Im Anfang war der Wasserstoff’, dtv sachbuch, München 1993.

Monod Jacques, ‘Zufall und Notwendigkeit – Philosophische Fragen der modernen Biologie’, (1991), Deutscher Taschenbuchverlag GmbH & Co. KG, München
Der Nobelpreisträger Monod bringt die Argumente der Evolutionstheorie auf den Punkt.

Siehe dazu auch den schönen Film, den es leider nur in Englisch gibt: Film 1 (mit Musik von Bethoven).

 

 

 

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